Reisen mit Hund oder Katze: Daran sollten Sie rechtzeitig denken


Sicher unterwegs: Reiseapotheke und Reisevorbereitung für Ihr Haustier

Der nächste Urlaub kommt bestimmt. Damit Sie die gemeinsame Reise mit Ihrem Haustier entspannt genießen können, lohnt sich eine rechtzeitige Vorbereitung.

Eine gut ausgestattete Reiseapotheke kann helfen, kleinere Beschwerden oder Verletzungen unterwegs zu versorgen und Tierarztbesuche im Urlaub zu vermeiden. Als Hilfe zur Selbsthilfe ist es sinnvoll, auch für Ihr Haustier eine Notfallapotheke parat zu haben.

Kommen Sie frühzeitig auf uns zu, denn insbesondere bei Reisen ins Ausland gibt es wichtige Vorgaben zu beachten. Neben einem passenden Parasitenschutz können je nach Reiseziel beispielsweise die Bestimmung des Tollwutantikörpertiters oder die Dokumentation des Gesundheitszustandes erforderlich sein. Viele dieser Maßnahmen müssen in einem gesetzlich festgelegten zeitlichen Abstand vor Reisebeginn erfolgen.

Das gehört in jede Haustier-Notfallapotheke

  • Digitales Fieberthermometer
  • Nicht brennendes Desinfektionsmittel, z. B. auf Basis einer hypochlorigen Säure
  • 2-ml- und 5-ml- bzw. 10-ml-Spritzen
  • Antiseptische Wundcreme
  • Verbandsmaterial passend zur Tiergröße
  • Schere
  • Gut greifende Pinzetten, z. B. Splitter- und Standardpinzette
  • Flohkamm
  • Zeckenzange oder Zeckenhaken
  • Passendes Schnauzenband aus Nylon für Hunde, die bei Schmerzen nur vorsichtig angefasst werden können

Wichtig: Octenisept ist nicht dafür vorgesehen, Wunden zu spülen, da dies regelmäßig zu schweren Nebenwirkungen führen kann.

Individuelle Ergänzungen für Ihr Tier

Zusätzlich kann es sinnvoll sein, bestimmte Präparate passend zu Urlaubsreisen oder individuellen Empfindlichkeiten Ihres Haustieres im Haus zu haben. Gerne stellen wir gemeinsam mit Ihnen eine auf Ihr Tier abgestimmte Reiseapotheke zusammen.

Für den Urlaub am Meer zusätzlich sinnvoll

  • Rückfettendes Shampoo
  • Milder Ohrenreiniger
  • Panthenolhaltige oder antiallergische Augentropfen
  • Präparate gegen Erbrechen und Durchfall
  • Sonnencreme für wenig behaarte Stellen und weiße Tiere

Reisekrankheit beim Hund

Denken Sie auch daran, dass es wirksame Tabletten mit dem Wirkstoff Maropitant gegen Reisekrankheit beim Hund gibt.

Tollwutantikörper-Nachweis rechtzeitig einplanen

Vor der (Wieder-)Einreise in die EU aus einem nicht gelisteten Drittland müssen Heimtiere einer Blutuntersuchung auf Antikörper gegen Tollwut unterzogen worden sein.

Die Untersuchungsdauer beträgt in der Regel 3 bis 10 Tage. Das für die Reise gültige Zertifikat wird anschließend versandt.

Bitte planen Sie die Untersuchung rechtzeitig ein, damit Ihrem Urlaub mit dem Haustier nichts im Wege steht.

Wichtig:

  • Die Tollwutimpfung darf frühestens im Alter von 12 Wochen erfolgen.
  • Die Impfung darf nicht vor der Kennzeichnung mittels Mikrochip durchgeführt werden, damit eine eindeutige Zuordnung der Impfung zum Tier gewährleistet ist.
  • Für die (Wieder-)Einreise in die EU aus einem nicht gelisteten Drittland muss die Blutentnahme mindestens 30 Tage nach der Tollwutimpfung erfolgen.

Planen Sie Ihre Reisevorbereitungen deshalb möglichst frühzeitig.

Wir beraten Sie gerne.

Wir sind für Sie da!


Ab ca. 8 Jahren wichtig: Arthrose erkennen & Alters-Check-up nutzen


Arthrose früh erkennen: Warum regelmäßige Alters-Check-ups so wichtig sind

Ungefähr vier von fünf älteren Hunden und 30 bis 90 % aller Katzen über sechs Jahre leiden an Arthrose. Aber auch fast 40 % der Hunde unter vier Jahre weisen bereits Gelenkverschleiß auf.  Damit gehört diese Erkrankung zu den häufigsten Ursachen chronischer Schmerzen bei Haustieren.

Arthrose kann leider nicht geheilt werden und verschlimmert sich schleichend. Umso wichtiger ist es, erste Veränderungen frühzeitig zu erkennen und den Bewegungsapparat gezielt zu unterstützen.

Welche Anzeichen sollten Sie beachten?

Bitte führen Sie nie Veränderungen einfach auf das Alter Ihres Tieres zurück. Vereinbaren Sie bei Auffälligkeiten einen Termin und sprechen Sie uns an.

Typische Hinweise können sein:

  • Veränderungen des Gangbildes
    Besonders nach dem Aufstehen zeigen viele Tiere Startschwierigkeiten und „laufen sich ein“.
  • Veränderte Liegegewohnheiten
    Katzen springen seltener auf erhöhte Plätze. Hunde wechseln häufiger die Liegeposition oder bevorzugen kühle Untergründe.
  • Bewegungsunlust
    Tiere spielen weniger, brechen Aktivitäten schneller ab oder bewegen sich allgemein ungern.
  • Verhaltensänderungen
    Viele Tiere reagieren empfindlicher beim Streicheln oder bei der Fellpflege. Hunde lecken häufiger an Gelenken, Katzen pflegen sich oft weniger.
  • Unsauberkeit bei Katzen
    Der Gang zur Katzentoilette kann Schmerzen verursachen.
  • Verändertes Verhalten beim Urin- oder Kotabsatz
    Rüden vermeiden häufig das Anheben eines Beins. Hunde laufen beim Kotabsatz manchmal weiter, da dies weniger schmerzhaft ist.
  • Muskelverlust
    Dieser fällt häufig erst bei der tierärztlichen Untersuchung auf.

Wie entsteht Arthrose?

Bei arthrotisch veränderten Gelenken baut sich die über den Knochenenden liegende schützende und stoßdämpfende Knorpelschicht ab und der Gelenkspalt wird enger. Schreitet diese Veränderung fort, berühren sich die Knochen und reiben bei Bewegung direkt aufeinander. Anders als das Knorpelgewebe ist der Knochen schmerzempfindlich.

Zeitgleich verflüssigt sich die Gelenksflüssigkeit durch den Entzündungsprozess und kann so nicht mehr ausreichend für ein reibungsloses Gleiten der Gelenkflächen aneinander sorgen. Außerdem wird der Druck nicht mehr gleichmäßig über die Gelenkfläche verteilt.

Hierdurch entstehen die Schmerzen bei Arthrose.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Arthrotische Gelenksveränderungen, die als Folge von Knochenbrüchen oder Bänderrissen entstehen, lassen sich leider oft nicht vermeiden. Auch ist durch den progressiven Verlauf dieser Erkrankung klar, dass Probleme meist erst mit fortschreitendem Alter auftreten.

Die nachfolgend aufgeführten Risikofaktoren sind jedoch vermeidbar bzw. deutlich einzuschränken.

Stellen Sie bei der Auswahl Ihres Hundes, wenn möglich, sicher, dass die Elterntiere auf häufig vorkommende Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie (HD), Ellbogendysplasie (ED) und Kniescheibenluxation getestet wurden. Sind beide Elternteile nicht von diesen Erkrankungen betroffen, ist das Risiko minimal, dass Ihr Welpe später an diesen erkrankt.

Beachten Sie, dass auch bestimmte Katzenrassen zu Gelenkproblemen neigen: Scottish Fold leiden sehr häufig unter einer genetisch bedingten Knorpelanomalie, die zu schweren Arthrosen führt. Maine Coon neigen zu Hüftgelenksdysplasien (HD) und Devon Rex und Abessinier sind anfälliger für Kniescheibenluxationen.

Überlastung und Übergewicht belasten die Gelenke. Dies hat die schlimmsten Auswirkungen in der Wachstumsphase. Ein zu schnelles Wachstum durch zu viel Energiezufuhr Ihres Welpen muss daher unbedingt vermieden werden.

Übergewicht kann in jedem Alter unter anderem dazu beitragen, dass sich eine Arthrose überhaupt erst entwickelt, da das Fettgewebe neben der Gewichtsbelastung auf die Gelenke Hormone bildet, die Entzündungen verursachen.

Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

  • Schmerztherapie:

Diese ist, sobald Symptome erkennbar sind, sehr wichtig. Sie erfolgt meist durch Entzündungshemmer und Schmerzmittel.

  • Gewichtsmanagement:

Wie oben ausgeführt, ist es nötig, für das optimale Körpergewicht zu sorgen. Es gibt spezielle Diätfuttermittel, von denen Ihr Tier so viel fressen kann, dass es satt ist und dennoch abnimmt. Lassen Sie sich von uns beraten.

  • Nahrungsergänzung:

Unterstützend können verschiedene Ergänzungsfuttermittel wie z.B. Grünlippenmuschelextrakt, Omega-3-Fettsäuren, MSM oder Teufelskralle sein. Auch hier helfen wir Ihnen bei der Auswahl geeigneter Produkte.

  • Bewegung anpassen:

Es ist wichtig, dass sich das Tier bewegt. Denn nur mit der Bewegung wird der Gelenkknorpel ausreichend versorgt.

Beim Hund hilft es regelmäßig, häufiger und dafür kürzer spazieren zu gehen.

Bei Katzen ist es wichtig, die Umgebung an die veränderten Bedürfnisse anzupassen. Sorgen Sie mit Hilfe von Rampen oder Treppen dafür, dass Ihre Samtpfote weiterhin ihre Lieblingsplätze erreicht. Bieten Sie ihr statt eines senkrecht stehenden Kratzbaums lieber eine waagrechte Kratzmöglichkeit an. Wichtig ist, dass Futter- und Trinknäpfe sowie Katzentoiletten an mehrere Stellen und immer mindestens einer auf jeder Etage stehen. Hat Ihre Katze Schwierigkeiten beim Putzen, unterstützen Sie sie durch regelmäßiges Bürsten. Manchmal ist es auch wichtig, den Einstieg in die Katzentoilette zu erleichtern- funktionieren Sie z.B. Plastikboxen durch Anpassung des Ausschnittes zum Einstieg um.

  • Liegeplätze:

Gute gepolsterte und leicht erreichbare Liegeplätze helfen.

  • Physiotherapie:

Gut ausgebildete Therapeuten zeigen Ihnen gerne verschiedene Bewegungsübungen und Massagentechniken. Das Unterwasserlaufband ist für Hunde mit Arthrose sehr hilfreich. All dies hilft, die Muskulatur zu erhalten oder gar wieder aufzubauen und die Funktionalität der Gelenke zu verbessern.

  • Alternativmedizin:

Stoßwellen- sowie Lasertherapie oder Akupunktur können unterstützend eingesetzt werden.

Wie kommt man zur Diagnose?

Besteht der Verdacht auf Arthrose, führen wir neben der Allgemeinuntersuchung auch eine orthopädische Untersuchung durch. Häufig sind ergänzende Untersuchungen wie Röntgen- oder CT-Aufnahmen notwendig.

Ihr Tier ist ca. 8 Jahre alt oder älter?

Dann empfehlen wir zusätzliche eine Blutuntersuchung, da sich auch andere Krankheiten schleichend entwickeln und im Alltag lange unbemerkt bleiben. Dies lässt sich sehr gut zeitgleich durchführen.

Haben Sie eines der oben genannten Symptome bei Ihrem Hausgenossen bemerkt?
Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.

Wir sind für Sie da!


Wärmeentwicklung im Sommer – wichtige Hinweise für Ihr Tier


Sommer & Hitze: So schützen Sie Ihren Vierbeiner

der Sommer steht vor der Tür – für uns oft eine schöne Zeit, für unsere Vierbeiner jedoch schnell belastend. Hohe Temperaturen bringen Risiken mit sich, die häufig unterschätzt werden.

Damit Ihr Tier gut durch die heißen Tage kommt, haben wir die wichtigsten Hinweise für Sie zusammengestellt.

🚗 Wärmeentwicklung im Auto – oft unterschätzt

Ein Fahrzeug kann sich innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen.

Bereits bei 20 °C Außentemperatur steigt die Temperatur im Auto innerhalb von 30 Minuten auf etwa 36 °C an – auch ein geöffnetes Fenster bietet keinen ausreichenden Schutz.

Für Hunde wird das schnell lebensgefährlich.

☀️ Hitze belastet den Körper

Hunde und Katzen können ihre Körpertemperatur schlechter regulieren als wir Menschen.

Sie geben Wärme vor allem durch Hecheln und nur in geringem Maß über die Pfoten ab.

Nehmen  Sie

  • Starkes Hecheln
  • Häufiges Stehenbleiben

als Warnzeichen.

Vermeiden Sie intensive Aktivitäten bei hohen Temperaturen – bei den Kurznasen ist das häufig nur ein kurzer Spaziergang.

💧 Anzeichen von Austrocknung

Bei Hitze kann es  zu Flüssigkeitsmangel kommen. Mögliche Hinweise sind:

  • Klebrige Schleimhäute im Maul
  • Ungewöhnlicher Durst
  • Dunkler Urin oder seltener Urinabsatz
  • Schlappheit
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Verminderter Appetit
  • Eine Hautfalte bleibt länger bestehen

🥣 So können Sie Ihr Tier unterstützen

  • Stellen Sie jederzeit frisches Wasser bereit
  • Nehmen Sie Wasser auf Spaziergänge oder zu Unternehmungen mit
  • Feuchtfutter kann eine Alternative zum Trockenfutter sein
  • Wasser kann zusätzlich unter das Futter gemischt werden
  • Sorgen Sie für schattige und kühle Rückzugsorte

☀️ Achtung Sonnenbrand

Vor allem Tiere mit weißem oder sehr hellem Fell können empfindlich auf Sonneneinstrahlung reagieren. Hier sind insbesondere wenig behaarte Stellen wie Nasenrücken und Ohren betroffen.

Auch bei Tieren kann UV-Strahlung langfristige Schäden wie Tumorbildung verursachen.

Wenn Sie unsicher sind, was Sie bei Ihrem Tier bei hohen Temperaturen beachten sollten, sprechen Sie uns gerne an.

Wir sind für Sie da!


Gesundes Fell, gesunde Haut: So unterstützen Sie Ihr Tier richtig


Gesunde Haut und glänzendes Fell: So pflegen Sie Ihr Haustier richtig

Die Pflege von Haut und Haarkleid ist entscheidend für die Gesundheit und das Wohlbefinden Ihres Haustieres. Ein glänzendes Fell gilt nicht ohne Grund als Zeichen für ein gesundes Tier.

Warum Haut und Fell so wichtig sind
Die Haut ist das größte Körperorgan und erfüllt viele wichtige Funktionen:

  • Schutz vor Witterung, Krankheitserregern, Allergenen und UV-Strahlen
  • Isolation gegen Kälte und Hitze
  • Wahrnehmung von Schmerz, Druck und Temperatur
  • Produktion von Vitamin D
  • Energiespeicherung
  • Kommunikation über Fellstellung und Duftstoffe

Aufbau des Fells
Das Haarkleid besteht aus zwei Schichten:

  • Deckhaar:
    Das Deckhaar ist die äußere Schicht, die Schutz vor Regen, Schmutz und UV-Strahlen bietet. Es ist oft gröber und dicker als die Unterwolle.
  • Unterwolle:
    Die Unterwolle ist die weiche, dichte Schicht unter dem Deckhaar, die für die Wärmeisolation sorgt.

Fellwechsel – besondere Pflege nötig
Zweimal im Jahr ist der Fellaustausch für 6 bis 8 Wochen besonders heftig: Mit abnehmender Tageslichtlänge und sinkenden Temperaturen bilden unsere Vierbeiner ihr Winterfell aus und stoßen es umgekehrt zum Frühjahr hin wieder ab. Zu den Zeiten dieses Fellwechsels benötigen Ihre Hausgenossen besonders viel Fellpflege.

Die richtige Fellpflege sorgt für einen reibungslosen Übergang und verringert das Risiko von Hautproblemen wie Juckreiz, Reizungen und Schuppen während des Fellwechsels.  V. a. bei Rassen mit starkem Unterfell kann während des Fellwechsels Juckreiz auftreten, da ausgefallene Haare, die im Fell hängen, pieken können. Tote Haare können von Bakterien zersetzt werden. So entsteht oft der typisch muffige Fellgeruch.

Auch Alter und Hormone beeinflussen den Fellwechsel:

  • ältere Tiere haaren häufig mehr
  • kastrierte Tiere haaren oft stärker
  • manche Hündinnen verlieren vor der Läufigkeit vermehrt Fell

Bürsten, Kämmen oder Baden?
Am einfachsten ist der regelmäßige Griff zur Bürste und zum Kamm. Oft tut auch eine Flohkamm sehr gute Dienste. Das Bürsten dient dazu, Schmutz und abgestorbene Haare aus dem Fell zu entfernen, Verfilzungen zu vermeiden, um keine optimalen Bedingungen für Parasiten zu bieten, und die Luftzirkulation im Fell zu erhöhen. Bürsten fördert zudem die Durchblutung und stimuliert so das Wachstum gesunder Haare. Zum anderen entdeckt man dabei Parasiten wie Zecken und Flöhe genauso wie Hautveränderungen und kann frühzeitig Abhilfe schaffen.

Baden wird nur in Ausnahmesituationen fällig. Benutzen Sie dabei immer ein spezielles Shampoo für Tiere, da auch scheinbar milde Babyshampoos einen sauren pH-Wert von ca. 5,5 haben, der das Mikrobiom der Tierhaut stören kann. Lassen Sie das Shampoo ausreichend lange einwirken, bevor Sie es wieder gründlich ausspülen. So entfernen Sie nicht nur starken Schmutz und Gerüche, sondern beseitigen gleichzeitig abgestorbene Zellen und entziehen auf diese Weise z.B. krank machenden Bakterien und Hefepilzen die Lebensgrundlage.

Probleme wie Juckreiz, trockene oder fettige Haut, Hautreizungen und -entzündungen bedürfen meist eines gezielten Einsatzes von Shampoos, Schäumen und/oder Sprays. Dafür ist die Untersuchung in der Tierarztpraxis nötig.

Pflege je nach Felltyp
Jeder Felltyp hat unterschiedliche Anforderungen. Nicht jedes Tier hat gleich viel Unterwolle. Zum Beispiel haben Kurzhaarhunde wie Boxer und Pinscher oft keine oder nur wenig Unterwolle.

Hunde, wie der Labrador Retriever, alle Schlittenhunde oder Schäferhunde und Katzen, die neben dem Deckhaar viel Unterwolle besitzen, sollten 2 bis 3x pro Woche und täglich während des Fellwechsels gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen. Haben Hunde wie Bobtails oder Tibet Terrier oder Langhaarkatzen, wie Angora- oder Perserkatzen viel Unterwolle und zusätzlich langes Fell, sollten Sie diese täglich bürsten, um Verfilzungen zu vermeiden. Bitte immer besonders auf Problemzonen wie hinter den Ohren und an den Beinen, unter den Achseln und in der Analregion achten. Knoten im Fell sollte man vorsichtig mit den Fingern entwirren, niemals mit Gewalt auskämmen. Verfilzte Knoten, die sich beim besten Willen nicht entwirren lassen, müssen vorsichtig herausgeschnitten werden.

Das Fell von Draht- oder Rauhaarhunden wie Schnauzern, vielen Terriern, Rauhaardackeln o. ä. ist wie der Name sagt, drahtig/rauh und geht oft mit viel Unterwolle einher. Da das Deckhaar dieser Hunde nicht von allein ausfällt, wird Trimmen alle 3 bis 4 Monate erforderlich, um alte Deckhaare zu entfernen.

Bei wellhaarigen Hunden, wie Pudeln oder Wasserhunden, findet kein Fellwechsel statt. Diese Hunde brauchen regelmäßiges Scheren. Bitte lassen Sie sich auch von uns die Ohrenpflege zeigen. Es macht weder Sinn diese Haare einfach zu kürzen, noch zu versuchen alle in einer Sitzung zu entfernen. Verfilzungen vermeiden sie, in dem Sie diese Hunde mehrmals pro Woche Kämmen.

Auch Katzen profitieren von regelmäßigem Bürsten, da es hilft, die Bildung von Haarballen zu reduzieren, die für Katzen ein gesundheitliches Problem darstellen können. Ein Tipp: nutzen sie nach dem Bürsten ein feuchtes Leder, um die restlichen losen Haare aus dem Fell zu entfernen. Spezielle Ergänzungsfuttermittel fördern eine natürliche Haarballenpassage.

„Sommerhaarschnitt“ – sinnvoll?
Bei Rassen mit viel Unterwolle, wie Huskys, Pomeranian und Golden Retriever, sollte man das Scheren vermeiden, da die Unterwolle als natürlicher Temperaturregulator fungiert und die Haut sowohl vor Kälte als auch vor Hitze schützt. Das Scheren kann den Wachstumszyklus des Fells stören und zu ungleichmäßigem Fellwachstum führen. Bei Wasserhunden wie Golden oder Labrador Retriever ist die Unterwolle extrem wichtig, da sie die Haut vor dem Austrocknen und der Unterkühlung im Wasser schützt und darüber hinaus notwendigen Auftrieb beim Schwimmen gibt.

Ernährung als Unterstützung
Eine ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig für ein gesundes Fell.

  • Ihr Eiweiß liefert wichtige Aminosäuren für die Bildung von Keratin, einem wichtigen Bestandteil des Fells.
  • Biotin & Zink tragen zur normalen Funktion von Haut, Fell und Krallen bei.
  • Essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 stärken die Hautbarriere.

Besonders in Zeiten erhöhten Bedarfs kann eine gezielte Ergänzung sinnvoll sein.

Lassen Sie sich dazu von uns beraten.

Wir sind für Sie da!


Zahngesundheit bei Hund & Katze: So erkennen Sie Probleme – und was tatsächlich hilft


Zahngesundheit für Vierbeiner - ein Leben ohne Schmerzen

Wussten Sie, dass Ihre Vierbeiner genauso auf eine gesunde Maulflora angewiesen sind wie wir Menschen auf eine gesunde Mundflora? Leider bleiben Zahnprobleme bei Tieren häufig lange unbemerkt – und können dann zu erheblichen Schmerzen und ernsthaften Entzündungen führen.

Schauen Sie Ihrem Tier regelmäßig ins Maul

Machen Sie es zur Gewohnheit, das Zahnfleisch und das Gebiss Ihres Tieres regelmäßig zu begutachten. Nur so lassen sich Veränderungen rechtzeitig feststellen, bevor sie zu einem ernsthaften Problem werden.

Kleine Hunderassen sind dabei besonders gefährdet: 42 Zähne auf engem Raum bedeuten häufig, dass die Zähne so eng stehen und eine natürliche Selbstreinigung kaum stattfinden kann. Bei kurznasigen Rassen ist diese Problematik oft noch extremer – die Zähne stehen durch den Platzmangel verdreht im Kiefer.

Auch Katzen neigen frühzeitig zu oft unerkannten Zahnerkrankungen.

Woran Sie erkennen, dass Ihr Tier Hilfe benötigt

Achten Sie auf folgende Warnsignale, die auf Zahnprobleme hindeuten können:

  • Ein plötzlich veränderter oder besonders intensiver Geruch aus dem Maul kann ein erstes Anzeichen für Zahnprobleme sein.
  • Gelbe oder bräunliche Beläge können unbehandelt zu Zahnfleischentzündungen und Infektionen führen.
  • Gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch, Zahnfleischbluten – besonders beim Zähneputzen – können auf eine beginnende Entzündung hinweisen.
  • Tiere mit Zahnbeschwerden meiden gerne hartes Futter, kauen zögerlich oder fressen anders als gewohnt.
  • Mehr Speichelfluss als üblich kann ein Hinweis auf Schmerzen im Maul sein.
  • Tiere, die versuchen, Beschwerden selbst zu lindern, reiben ihr Maul häufig an Gegenständen.

Wichtig zu wissen: Viele Tiere fressen trotz starker Schmerzen im Maul weiter – auch mit lockeren oder gebrochenen Zähnen. Schmerzen äußern sie spät und oft auf für Tierhalter schwer erkennbare Weise. Genau deshalb empfehlen wir eine jährliche professionelle Zahnuntersuchung – zum Beispiel im Rahmen der jährlichen Impfung oder des Gesundheitschecks – um die Zahngesundheit Ihres Tieres langfristig zu sichern.

Zähne putzen: Wenig Aufwand, große Wirkung

Das regelmäßige Zähneputzen ist die wirkungsvollste Maßnahme, die Sie für die Mundgesundheit Ihres Tieres ergreifen können. Idealerweise putzen Sie täglich – so wird es zur Routine. Das Putzen beugt Plaque und Zahnsteinbildung vor und schützt damit vor Entzündungen der Maulschleimhaut.

Für jedes Tier gibt es passende Zahnbürstenformen. Tierische Zahnpasta ist nicht nur in der Zusammensetzung auf Vierbeiner abgestimmt, sondern kommt auch in Geschmacksrichtungen, die Tiere gerne mögen. Wir beraten Sie gerne.

Schritt für Schritt zum erfolgreichen Zähneputzen

Am besten beginnen Sie bereits im Jungtieralter mit der Gewöhnung. Gehen Sie dabei behutsam und ohne Druck vor:

Beginnen Sie damit, Maul, Zähne und Zahnfleisch Ihres Tieres sanft mit dem Finger zu berühren. Ist Ihr Tier damit vertraut, greifen Sie am besten zunächst zu einer Fingerzahnbürste. Tauchen Sie diese in etwas, das Ihr Haustier mag – für Katzen beispielsweise der Saft einer Thunfischdose. Führen Sie die Bürste seitlich unter die Lefze ein und machen kreisende Bewegungen im Bereich der Eck- und Backenzähne. Schneidezähne und Innenflächen dürfen zunächst übersprungen werden.

Haben Sie Ihre Technik verfeinert, können Sie auf eine Zahnbürste mit Tierpasta umsteigen. Beenden Sie jede Zahnputz-Session mit Spiel, Streicheln und einem Leckerli – so verbindet Ihr Haustier die Routine mit etwas Positivem und freut sich im besten Fall bald sogar darauf.

Weitere Unterstützung für gesunde Zähne

Ergänzend zum Zähneputzen gibt es spezielle Futtersorten, die Zahnbelag reduzieren helfen. Auch Kauartikel, Kauspielzeug und zahnpflegende Ergänzungsfuttermittel können die Mundhygiene unterstützen – sprechen Sie uns gerne auf passende Empfehlungen an.

Da viele Tierhalter die Bedeutung der Zahngesundheit nicht kennen, führen wir bei der jährlichen Impfung oder dem Gesundheitscheck routinemäßig eine Zahnkontrolle durch, um Probleme möglichst früh zu entdecken.

 

Wann hatte Ihr Tier die letzte Zahnuntersuchung? Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.

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Labrador mit Halskragen in der Tierarztpraxis

Tipps für einen entspannten Tierarztbesuch bei Hund und Katze

Labrador mit Halskragen in der Tierarztpraxis

So gelingt ein stressfreier Tierarztbesuch

Arztbesuche sind für Zwei- und Vierbeiner oft aufregend. Um sie möglichst stressfrei und effektiv zu gestalten, ist eine passende Vorbereitung sehr sinnvoll.

Vorbereitung
Notieren Sie sich im Vorfeld alle Fragen, die Ihnen wichtig sind, und schreiben Sie wichtige Beobachtungen auf. Hilfreich ist es oft auch, wenn Sie wissen, welches Futter und welche Leckerli Sie genau füttern.

Zeigt Ihr Tier eine Lahmheit oder ein verändertes Verhalten, machen Sie Videos davon. Dies hilft, da das Tier in der Praxis diese Auffälligkeiten vielleicht gerade nicht zeigt oder sich durch Angst oder Schmerz schlecht untersuchen lässt.

Haben Sie einen sehr ängstlichen Vierbeiner, lassen Sie sich im Voraus vom Tierarzt Medikamente für Ihre Katze oder Ihren Hund geben, die zu mehr Lässigkeit führen und dennoch eine Blutdruckmessung, den Herzultraschall und Blutwerte kaum beeinflussen. Auch eine Narkose ist danach problemlos möglich. So fassen z. B. Tiere aus dem Tierschutz schneller Vertrauen, und der Tierarztbesuch wird entspannter.

Auf längere Sicht ist das sogenannte „medical training“ sehr sinnvoll. Dabei üben Sie  mit Ihrem Haustier, den Tierarztbesuch und die eventuell nötige Therapie entspannt zu tolerieren. Dies ist auch bei Katzen möglich. Lassen Sie sich beraten.

Die Transportbox
Die Transportbox sollte im Alltag als Rückzugs- und Wohlfühlort etabliert sein. Eine kuschlige Decke oder ein Lieblingsspielzeug machen sie noch attraktiver. Katzen lieben Wärme, sodass man auch ein angenehm temperiertes Wärmekissen hineinlegen kann.

Für die Untersuchung beim Tierarzt ist es wichtig, dass sich der Deckel der Transportbox möglichst einfach und geräuschlos komplett entfernen lässt.

Noch ein Tipp: Lassen Sie die Katze immer vom Arm in die vorne geöffnete, an der Tischkante stehende Transportbox einsteigen. So werden Schieben und Drücken hinfällig.

Terminvergabe
Achten Sie bei der Terminvergabe darauf, dass Sie einen Zeitpuffer eingeplant haben. So kommen Sie ruhig an, denn Stress überträgt sich von Ihnen direkt auf Ihr Tier. Fahren Sie möglichst defensiv, damit sich Ihr Tier in seiner Box wohlfühlt und weder die Box noch das Tier darin hin und her rutscht.

Ankunft beim Tierarzt
Tragen Sie den Transportbehälter möglichst erschütterungsfrei, ohne irgendwo gegenzustoßen. Deponieren Sie Katzenboxen in der Tierarztpraxis erhöht und sorgen Sie z. B. mit einem über die Box gelegten Handtuch dafür, dass Hunde nicht in das Blickfeld der Katze geraten.

Da Katzen sehr viel über Gerüche kommunizieren, hilft es, wenn das Handtuch schon zu Hause mit einem Wohlfühlduft oder einem Pheromon eingesprüht wurde.

Führen Sie Ihren Hund bitte an einer kurzen Leine mit gut sitzendem Halsband oder Geschirr in die Praxis.

Sprechen Sie in der Behandlung Ihre Fragen, Sorgen und Wünsche offen an. So können Unsicherheiten geklärt und gezielter geholfen werden.

Wir unterstützen gerne, denn entspannte Tierarztbesuche sind Teamarbeit.


Jack Russel Terrier frisst Gras

Grasfressen bei Hund & Katze – harmlos oder ein Warnsignal?

Jack Russel Terrier frisst Gras

🌿 Wenn Ihr Vierbeiner Gras frisst – was bedeutet das wirklich?

Haben Sie Ihren Hund oder Ihre Katze schon einmal beim genüsslichen Kauen von Gras beobachtet? Viele Tierbesitzer sind dabei zunächst verunsichert und fragen sich:
Ist das normal – oder ein Gesundheitsproblem?

 

🌱 Grasfressen – ein ganz normales Verhalten?

Studien zeigen:

  • 70 % der Wölfe und Pumas fressen Gras.
  • In einer Untersuchung mit 3.000 Hundehaltern gaben rund 70 % an, dass ihre Hunde täglich oder wöchentlich Gras fressen.
  • Nur 8 % zeigten Krankheitssymptome wie Magen-Darm-Probleme.
  • Etwa 22 % der Hunde, die Gras fressen, erbrechen danach.
    (Why do dogs and cats eat grass? B. Hart 2008)

Auch bei Katzen wurden ähnliche Zahlen festgestellt.
(Mystery solved? Why cats eat grass, Aug 2019, David Shultz)

➡️ Das bedeutet: Grasfressen kann ein völlig normales Verhalten sein – auch bei gesunden Tieren mit hochwertiger, ausgewogener Ernährung.

Viele Tiere lernen dieses Verhalten bereits als Welpen von ihren Eltern. Junge Tiere sind zusätzlich neugierig und testen vieles auf Schmackhaftigkeit – besonders frisches, junges Gras scheint besonders beliebt zu sein.

Bei Hunden kann der hohe Wassergehalt des Grases außerdem unterwegs etwas den Durst löschen.

 

🧠 Gras als Stressventil oder Beschäftigung?

Es wird diskutiert, ob Hunde und Katzen in stressigen Situationen Gras fressen, um sich abzulenken oder zu beruhigen. Wir wissen: Kauen und Schlecken wirken entspannend.

Beachten Sie jedoch: Auch körperliche Beschwerden wie chronische Schmerzen können Stress auslösen.

Viele Vierbeiner „fangen“ Grashalme spielerisch. Das Kauen kann zudem einfach ein Zeitvertreib sein – und Langeweile vertreiben.

 

🌾 Gras als „Selbsthilfe“ für den Körper?

Gras beeinflusst:

  • die Magensäure
  • die Darmmotorik
  • enthält viele Ballaststoffe

Deshalb kann es sinnvoll sein, bei häufigem Grasfressen gemeinsam mit dem Tierarzt zu prüfen, ob eine Anpassung der Futterration oder des Fütterungsmanagements empfehlenswert ist.

 

🚨 Wann kann Grasfressen auf ein Problem hinweisen?

Sie kennen Ihren tierischen Begleiter am besten.

Bitte lassen Sie Ihr Tier untersuchen, wenn es:

  • schlapp wirkt
  • über mehrere Tage deutlich mehr Gras als üblich frisst
  • mehrmals erbricht

In diesen Fällen sollte eine tierärztliche Abklärung erfolgen.

 

⚠️ Wann wird Grasfressen zum Gesundheitsrisiko?

Gras selbst ist nicht giftig, jedoch:

  • Es kann Schadstoffe aus der Umgebung aufnehmen
  • Spritz- oder Düngemittel können daran haften

Straßenrandgras oder frisch behandelte Felder sollten gemieden werden.

Achten Sie darauf, dass keine Giftpflanzen aufgenommen werden.

Weitere wichtige Hinweise:

  • Grashalme bleiben häufig beim Kotabsatz am After hängen.
    → Sie können vorsichtig und langsam daran ziehen und so helfen, den Halm zu entfernen.
    → Beachten Sie: Grashalme können kleine Schnitte im After oder Darm verursachen.
  • Wird Gras mit Schleim ausgeschieden, ist das meist unproblematisch.
    → Oft ist der nächste Kotabsatz wieder normal.
  • Selten kann es zu Durchfall, bei Katzen gelegentlich auch zu Verstopfung kommen.
  • Bei festgestellter Magenproblematik sollte Ihr Tier kein Gras fressen.
  • In sehr seltenen Fällen kann beim Erbrechen ein Grashalm von der Rachenhöhle in die Nasenhöhle gelangen.
    → Das Tier niest dann mehrfach.
    → In diesem Fall ist eine Entfernung in Kurznarkose durch den Tierarzt notwendig.
  • Lungenwürmer können über Grashalme aufgenommen werden.
    → Nicht alle Wurmmittel decken diese Parasiten ab.

 

🐾 Unser Fazit für Sie

Grasfressen gehört häufig zum normalen Verhalten von Hund und Katze.

Dennoch gilt:
Wenn Ihr Vierbeiner ungewöhnlich viel Gras frisst oder Veränderungen im Verhalten zeigt, sprechen Sie uns bitte an und lassen Sie sich beraten.

Vorsorge ist immer günstiger und schonender als die Therapie einer Erkrankung.


Welpe erhält eine Spritze

Warum Impfungen für Ihr Tier so wichtig sind

Welpe erhält eine Spritze

Impfschutz für Ihr Tier – Sicherheit durch Vorsorge

Der Schutz Ihres Tieres liegt uns am Herzen. Impfungen sind dabei ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für Hunde und Katzen. Gleichzeitig gibt es viele Fragen und unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema.

Deshalb möchten wir Ihnen die wissenschaftlichen Grundlagen verständlich erklären. Ein individuell auf Ihr Tier abgestimmtes Impfprogramm ist die beste und kostengünstigste Gesundheitsvorsorge und schützt zuverlässig vor schweren, teils tödlich verlaufenden Erkrankungen.

Warum Impfungen so wichtig sind
Deutschland gilt heute als tollwutfrei – ein großer Erfolg einer landesweit konsequent durchgeführten Impfkampagne. Dennoch kam es kürzlich zu einem Tollwutfall bei einem nach Deutschland importierten Hund mit gefälschtem Impfpass.

Auch andere Erkrankungen wie Parvovirose oder Leptospirose treten weiterhin auf und fordern viele Todesfälle bei Hunden mit unzureichendem Impfschutz. Die Leptospirose ist zusätzlich für den Menschen krankmachend.

Gerade in Zeiten von illegalen Welpentransporten und zunehmendem Reiseverkehr ist ein gezielter Schutz wichtiger denn je.

Unser Ziel:
Mindestens 70 % der Tiere einer Population sollten geimpft sein, damit sich Infektionskrankheiten nicht zu einer Epidemie ausweiten können. Gleichzeitig soll jedes einzelne Tier nur so häufig wie nötig und gegen die individuell passenden Erkrankungen geschützt werden.

Wie funktioniert eine Impfung?
Das Immunsystem erkennt Krankheitserreger als körperfremd und bildet spezifische Antikörper dagegen.

Durch den Kontakt mit abgeschwächten oder unschädlich gemachten Erregern bildet der Körper zusätzlich sogenannte „Gedächtniszellen“. Kommt es später zu einer Infektion mit dem echten Erreger, kann das Immunsystem schneller und deutlich effektiver reagieren.

Der Impfschutz verhindert die Erkrankung vollständig oder schwächt ihren Verlauf zumindest deutlich ab.

Wie lange eine Immunität anhält, hängt vom Erreger, vom Impfstoff und vom individuellen Immunsystem ab. Impfungen gegen Tollwut-, Parvo- oder Panleukopenie-Viren erzeugen beispielsweise einen länger anhaltenden Schutz als Impfungen gegen bakterielle Erkrankungen wie Leptospirose oder gegen Bordetellen.

Da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig.
Die Ständige Impfkommission Veterinär (StikoVet) passt ihre Empfehlungen regelmäßig an die aktuelle Seuchensituation an.

Was bedeutet Grundimmunisierung?
Die Grundimmunisierung stellt sicher, dass die Menge der Antikörper bis zur nächsten Impfung in schützender Höhe vorhanden ist.

Impfstoffe, die abgeschwächte Erreger enthalten, sogenannte Lebendimpfstoffe, benötigen oft nur eine Injektion, um dies zu erreichen. Bei inaktivierten Impfstoffen sind meist zwei Injektionen im Abstand von 3 bis 4 Wochen nötig.

Dies gilt für Tiere, die älter als 16 Wochen alt sind, da zu diesem Zeitpunkt keine sogenannten maternalen Antikörper mehr vorhanden sind. Dies sind die Antikörper, die von dem Muttertier auf den Welpen z.B. über die Muttermilch übertragen werden. Bei Welpen werden Impfungen in der 8., 12. und 16. Lebenswochen empfohlen, um sicherzustellen, dass der Welpe zu jedem Zeitpunkt gegen diese sonst oft tödlich verlaufenden Krankheiten geschützt ist.

Sonderfall Tollwut & Reisen
Die Tollwutverordnung regelt den Umgang mit diesem Impfstoff.

Wenn Sie mit Ihrem Tier ins Ausland reisen möchten, sprechen Sie uns bitte frühzeitig an. Die Impfung muss im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden. Je nach Reiseziel gelten Wartezeiten oder zusätzliche Anforderungen wie ein ausreichender Impftiter.

Bitte beachten Sie: Treten bei einem ungeimpften Tier Symptome auf, die auf Tollwut hindeuten, kann im Ernstfall eine behördlich angeordnete Tötung erfolgen.

Impfschutz im Alter
Wie beim Menschen wird auch bei Tieren das Immunsystem im Laufe des Lebens weniger effektiv. Ein ausreichender Impfschutz bleibt daher besonders wichtig.

Im jährlichen Impfgespräch wird Ihr Tier sorgfältig untersucht und gemeinsam besprochen, welche Impfungen notwendig und sinnvoll sind. In bestimmten Fällen kann ein Bluttest helfen zu prüfen, ob noch ein ausreichender Antikörperspiegel vorhanden ist.

Impfreaktionen
Leichte Reaktionen wie Fieber oder eine Schwellung an der Injektionsstelle können auftreten. Mit modernen Impfstoffen sind schwerwiegende Nebenwirkungen jedoch äußerst selten und stehen in keinem Verhältnis zum gesundheitlichen Nutzen.

Wir beraten Sie individuell und stimmen den Impfschutz genau auf Ihr Tier ab.

Wenn Sie Fragen haben oder den Impfstatus Ihres Tieres überprüfen lassen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.


Hund kratzt sich am Ohr

Einige relevante Parasiten und warum Vorsorge so wichtig ist

Hund kratzt sich am Ohr

Flöhe, Zecken und Endoparasiten – Risiken erkennen

Parasiten stellen eine besondere Herausforderung dar, da viele von ihnen lange Zeit unbemerkt bleiben. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Parasitenarten geben und erläutern, warum eine individuell abgestimmte Vorsorge so wichtig ist.

Flöhe – klein, anpassungsfähig und oft unterschätzt
Flöhe sind kleine, flügellose Insekten mit enormer Sprungkraft. Sie gelangen nicht nur über andere Tiere, sondern auch über Kleidung, Taschen oder offene Fenster in Wohnungen. Auch Wohnungskatzen können betroffen sein.

Nur die erwachsenen Flöhe leben auf dem Tier und ernähren sich von Blut. Dies kann starken Juckreiz verursachen, Allergien auslösen und Krankheiten übertragen, die sowohl Tiere als auch Menschen betreffen können, wie etwa den Gurkenkernbandwurm oder die Katzenkratzkrankheit.

Ein einzelner Floh kann bis zu 50 Eier pro Tag legen. Diese fallen vom Tier in die Umgebung und entwickeln sich dort über Larven und Puppen weiter. Unter idealen Bedingungen vergehen etwa 14 Tage, bis aus einem Ei ein erwachsener Floh entsteht. Besonders problematisch ist die widerstandsfähige Puppenphase, in der Flöhe bis zu einem Jahr in der Umgebung überleben können.

Rund 95 % der Flohpopulation befindet sich nicht auf dem Tier, sondern in der Wohnung oder der Umgebung. Wird ein Flohbefall sichtbar, sind meist bereits Eier, Larven oder Puppen vorhanden. Deshalb dauert eine effektive Behandlung häufig mehrere Monate. Eine wirksame Vorsorge muss alle Entwicklungsstadien berücksichtigen.

Zecken – unauffällig, aber gefährlich
Zecken sind eng mit Spinnen verwandt und ernähren sich ebenfalls von Blut. In Deutschland ist mit Zeckenbefall zu rechnen, solange kein Schnee liegt – in vielen Regionen also nahezu ganzjährig.

Sie übertragen zahlreiche, teilweise schwer oder nicht heilbare Krankheiten. Dazu zählen unter anderem Babesiose, Borreliose und FSME. Etwa jede fünfte Zecke kann Träger eines Krankheitserregers sein.

Die meisten Zecken halten sich in 10 bis 20 cm hoher Vegetation auf und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Besonders Nymphen, die kleiner als 1 mm sind, bleiben im Fell häufig unentdeckt. Auch erwachsene Zecken werden oft erst bemerkt, wenn sie sich bereits mit Blut vollgesogen haben.

Endoparasiten – die unsichtbare Gefahr
Endoparasiten verursachen häufig erst bei massivem Befall Symptome. Viele dieser Parasiten können sowohl Tiere als auch Menschen infizieren. Dazu zählen unter anderem Rundwürmer, Bandwürmer sowie Einzeller wie Giardien oder Kokkzidien.

Die Wurmeier gelangen über den Kot in die Umwelt und tragen zur Verseuchung von Böden, Grünflächen und Spielplätzen bei. Besonders kleine Kinder und Menschen im eigenen Haushalt können dadurch gefährdet sein. Regelmäßige Vorsorge hilft, diese Risiken deutlich zu reduzieren.

Da es keinen Wirkstoff gegen alle Parasiten gibt und Symptome häufig unspezifisch sind, ist eine tierärztliche Beratung unverzichtbar.

Individuelle Vorsorge und tierärztliche Beratung
Das Parasitenrisiko unterscheidet sich von Land zu Land, zwischen verschiedenen Regionen sowie je nach Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil des Tieres. Es gibt unterschiedliche Anwendungsformen von Antiparasitika mit jeweils verschiedenen Wirkstoffen und Wirkdauern.

Eine pauschale Lösung gibt es nicht – maßgeschneiderte Vorsorge ist der Schlüssel.

Bitte kaufen Sie keine Antiparasitika aus unsicheren Online-Quellen. Dort kann nicht gewährleistet werden, dass Inhalt und Deklaration übereinstimmen. In Deutschland zugelassene Tierarzneimittel müssen ihre Wirksamkeit, Sicherheit und gleichbleibende Qualität nachweisen.

Viele frei verkäufliche, als „natürlich“ beworbene Alternativen unterliegen diesen Kontrollen nicht. Für sie existieren keine wissenschaftlich belegten Daten, die einen Schutz vor Parasiten oder den von ihnen übertragenen Krankheiten belegen. Einige Substanzen, wie etwa Teebaumöl, sind für Katzen sogar giftig.

Ganzjähriger Schutz beginnt mit Wissen
Lassen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis individuell beraten. Gemeinsam entwickeln wir einen Vorsorgeplan, der zu Ihrem Tier, Ihrem Lebensstil und Ihrem Haushalt passt.

So schützen Sie nicht nur Ihren Vierbeiner, sondern auch sich selbst und Ihre Familie – heute und das ganze Jahr über. 🐾

Wir sind für Sie da!


Welpe und Katze sitzen auf einer sonnigen Wiese

Warum Parasiten heute ein Thema für jeden Tierhalter sind

Welpe und Katze sitzen auf einer sonnigen Wiese

Ganzjähriger Schutz für Ihr Tier beginnt mit Wissen

Parasiten sind kleine Lebewesen, die auf Kosten unserer Haustiere leben. Sie können entweder außerhalb des Körpers als sogenannte Ektoparasiten oder innerhalb des Körpers als Endoparasiten vorkommen. Viele von ihnen können von Tieren auf Menschen übertragen werden. Das mag zunächst beunruhigend klingen, doch mit gezielter Vorsorge und tierärztlicher Beratung lassen sich diese Risiken sehr gut kontrollieren.

Warum Parasiten heute ein Ganzjahresthema sind
Parasiten profitieren von dem immer dichteren Zusammenleben von Menschen und Tieren. Innerhalb von Städten stellen Parks und Grünflächen Gemeinschaftsflächen für Wild- und Haustiere dar. Dadurch können Parasiten von Wildtieren auf Haustiere übergehen und gelangen in unsere Häuser und Gärten.

In Städten liegen die Temperaturen häufig mehr als 2 °C über denen des Umlands. Diese Bedingungen verschaffen Parasiten zusätzliche Vorteile. Hinzu kommt der Klimawandel: Die Winter werden tendenziell kürzer und milder, wodurch viele Parasiten keine echte Ruhephase mehr haben. Unter diesen Voraussetzungen können Flöhe, Zecken und andere Parasiten Haustiere zu jeder Jahreszeit befallen.

Auch das Reisen mit Haustieren spielt eine wichtige Rolle. Hunde kommen dabei mit Parasiten in Kontakt, die hier früher nicht vorkamen. Diese können sogenannte Reisekrankheiten übertragen. Langfristig führt dies dazu, dass sich durch Parasiten übertragene Erkrankungen auch in neuen Regionen etablieren.
Ein Beispiel hierfür ist die Babesiose, die mittlerweile in Deutschland heimisch ist und unbehandelt tödlich verlaufen kann.

Warum Wissen eine zentrale Rolle spielt
Viele Parasiten und die von ihnen übertragenen Erkrankungen betreffen nicht nur Tiere, sondern können auch für Menschen ein Risiko darstellen. Regelmäßige Vorsorge und eine fachliche Einschätzung helfen dabei, Risiken richtig einzuordnen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Ganzjähriger Schutz beginnt mit Wissen und mit individueller tierärztlicher Beratung.

Wir sind für Sie da!