Warum Impfungen für Ihr Tier so wichtig sind
Impfschutz für Ihr Tier – Sicherheit durch Vorsorge
Der Schutz Ihres Tieres liegt uns am Herzen. Impfungen sind dabei ein zentraler Bestandteil der Gesundheitsvorsorge für Hunde und Katzen. Gleichzeitig gibt es viele Fragen und unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema.
Deshalb möchten wir Ihnen die wissenschaftlichen Grundlagen verständlich erklären. Ein individuell auf Ihr Tier abgestimmtes Impfprogramm ist die beste und kostengünstigste Gesundheitsvorsorge und schützt zuverlässig vor schweren, teils tödlich verlaufenden Erkrankungen.
Warum Impfungen so wichtig sind
Deutschland gilt heute als tollwutfrei – ein großer Erfolg einer landesweit konsequent durchgeführten Impfkampagne. Dennoch kam es kürzlich zu einem Tollwutfall bei einem nach Deutschland importierten Hund mit gefälschtem Impfpass.
Auch andere Erkrankungen wie Parvovirose oder Leptospirose treten weiterhin auf und fordern viele Todesfälle bei Hunden mit unzureichendem Impfschutz. Die Leptospirose ist zusätzlich für den Menschen krankmachend.
Gerade in Zeiten von illegalen Welpentransporten und zunehmendem Reiseverkehr ist ein gezielter Schutz wichtiger denn je.
Unser Ziel:
Mindestens 70 % der Tiere einer Population sollten geimpft sein, damit sich Infektionskrankheiten nicht zu einer Epidemie ausweiten können. Gleichzeitig soll jedes einzelne Tier nur so häufig wie nötig und gegen die individuell passenden Erkrankungen geschützt werden.
Wie funktioniert eine Impfung?
Das Immunsystem erkennt Krankheitserreger als körperfremd und bildet spezifische Antikörper dagegen.
Durch den Kontakt mit abgeschwächten oder unschädlich gemachten Erregern bildet der Körper zusätzlich sogenannte „Gedächtniszellen“. Kommt es später zu einer Infektion mit dem echten Erreger, kann das Immunsystem schneller und deutlich effektiver reagieren.
Der Impfschutz verhindert die Erkrankung vollständig oder schwächt ihren Verlauf zumindest deutlich ab.
Wie lange eine Immunität anhält, hängt vom Erreger, vom Impfstoff und vom individuellen Immunsystem ab. Impfungen gegen Tollwut-, Parvo- oder Panleukopenie-Viren erzeugen beispielsweise einen länger anhaltenden Schutz als Impfungen gegen bakterielle Erkrankungen wie Leptospirose oder gegen Bordetellen.
Da der Impfschutz mit der Zeit nachlässt, sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen notwendig.
Die Ständige Impfkommission Veterinär (StikoVet) passt ihre Empfehlungen regelmäßig an die aktuelle Seuchensituation an.
Was bedeutet Grundimmunisierung?
Die Grundimmunisierung stellt sicher, dass die Menge der Antikörper bis zur nächsten Impfung in schützender Höhe vorhanden ist.
Impfstoffe, die abgeschwächte Erreger enthalten, sogenannte Lebendimpfstoffe, benötigen oft nur eine Injektion, um dies zu erreichen. Bei inaktivierten Impfstoffen sind meist zwei Injektionen im Abstand von 3 bis 4 Wochen nötig.
Dies gilt für Tiere, die älter als 16 Wochen alt sind, da zu diesem Zeitpunkt keine sogenannten maternalen Antikörper mehr vorhanden sind. Dies sind die Antikörper, die von dem Muttertier auf den Welpen z.B. über die Muttermilch übertragen werden. Bei Welpen werden Impfungen in der 8., 12. und 16. Lebenswochen empfohlen, um sicherzustellen, dass der Welpe zu jedem Zeitpunkt gegen diese sonst oft tödlich verlaufenden Krankheiten geschützt ist.
Sonderfall Tollwut & Reisen
Die Tollwutverordnung regelt den Umgang mit diesem Impfstoff.
Wenn Sie mit Ihrem Tier ins Ausland reisen möchten, sprechen Sie uns bitte frühzeitig an. Die Impfung muss im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden. Je nach Reiseziel gelten Wartezeiten oder zusätzliche Anforderungen wie ein ausreichender Impftiter.
Bitte beachten Sie: Treten bei einem ungeimpften Tier Symptome auf, die auf Tollwut hindeuten, kann im Ernstfall eine behördlich angeordnete Tötung erfolgen.
Impfschutz im Alter
Wie beim Menschen wird auch bei Tieren das Immunsystem im Laufe des Lebens weniger effektiv. Ein ausreichender Impfschutz bleibt daher besonders wichtig.
Im jährlichen Impfgespräch wird Ihr Tier sorgfältig untersucht und gemeinsam besprochen, welche Impfungen notwendig und sinnvoll sind. In bestimmten Fällen kann ein Bluttest helfen zu prüfen, ob noch ein ausreichender Antikörperspiegel vorhanden ist.
Impfreaktionen
Leichte Reaktionen wie Fieber oder eine Schwellung an der Injektionsstelle können auftreten. Mit modernen Impfstoffen sind schwerwiegende Nebenwirkungen jedoch äußerst selten und stehen in keinem Verhältnis zum gesundheitlichen Nutzen.
Wir beraten Sie individuell und stimmen den Impfschutz genau auf Ihr Tier ab.
Wenn Sie Fragen haben oder den Impfstatus Ihres Tieres überprüfen lassen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.
Einige relevante Parasiten und warum Vorsorge so wichtig ist
Flöhe, Zecken und Endoparasiten – Risiken erkennen
Parasiten stellen eine besondere Herausforderung dar, da viele von ihnen lange Zeit unbemerkt bleiben. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Parasitenarten geben und erläutern, warum eine individuell abgestimmte Vorsorge so wichtig ist.
Flöhe – klein, anpassungsfähig und oft unterschätzt
Flöhe sind kleine, flügellose Insekten mit enormer Sprungkraft. Sie gelangen nicht nur über andere Tiere, sondern auch über Kleidung, Taschen oder offene Fenster in Wohnungen. Auch Wohnungskatzen können betroffen sein.
Nur die erwachsenen Flöhe leben auf dem Tier und ernähren sich von Blut. Dies kann starken Juckreiz verursachen, Allergien auslösen und Krankheiten übertragen, die sowohl Tiere als auch Menschen betreffen können, wie etwa den Gurkenkernbandwurm oder die Katzenkratzkrankheit.
Ein einzelner Floh kann bis zu 50 Eier pro Tag legen. Diese fallen vom Tier in die Umgebung und entwickeln sich dort über Larven und Puppen weiter. Unter idealen Bedingungen vergehen etwa 14 Tage, bis aus einem Ei ein erwachsener Floh entsteht. Besonders problematisch ist die widerstandsfähige Puppenphase, in der Flöhe bis zu einem Jahr in der Umgebung überleben können.
Rund 95 % der Flohpopulation befindet sich nicht auf dem Tier, sondern in der Wohnung oder der Umgebung. Wird ein Flohbefall sichtbar, sind meist bereits Eier, Larven oder Puppen vorhanden. Deshalb dauert eine effektive Behandlung häufig mehrere Monate. Eine wirksame Vorsorge muss alle Entwicklungsstadien berücksichtigen.
Zecken – unauffällig, aber gefährlich
Zecken sind eng mit Spinnen verwandt und ernähren sich ebenfalls von Blut. In Deutschland ist mit Zeckenbefall zu rechnen, solange kein Schnee liegt – in vielen Regionen also nahezu ganzjährig.
Sie übertragen zahlreiche, teilweise schwer oder nicht heilbare Krankheiten. Dazu zählen unter anderem Babesiose, Borreliose und FSME. Etwa jede fünfte Zecke kann Träger eines Krankheitserregers sein.
Die meisten Zecken halten sich in 10 bis 20 cm hoher Vegetation auf und werden beim Vorbeigehen abgestreift. Besonders Nymphen, die kleiner als 1 mm sind, bleiben im Fell häufig unentdeckt. Auch erwachsene Zecken werden oft erst bemerkt, wenn sie sich bereits mit Blut vollgesogen haben.
Endoparasiten – die unsichtbare Gefahr
Endoparasiten verursachen häufig erst bei massivem Befall Symptome. Viele dieser Parasiten können sowohl Tiere als auch Menschen infizieren. Dazu zählen unter anderem Rundwürmer, Bandwürmer sowie Einzeller wie Giardien oder Kokkzidien.
Die Wurmeier gelangen über den Kot in die Umwelt und tragen zur Verseuchung von Böden, Grünflächen und Spielplätzen bei. Besonders kleine Kinder und Menschen im eigenen Haushalt können dadurch gefährdet sein. Regelmäßige Vorsorge hilft, diese Risiken deutlich zu reduzieren.
Da es keinen Wirkstoff gegen alle Parasiten gibt und Symptome häufig unspezifisch sind, ist eine tierärztliche Beratung unverzichtbar.
Individuelle Vorsorge und tierärztliche Beratung
Das Parasitenrisiko unterscheidet sich von Land zu Land, zwischen verschiedenen Regionen sowie je nach Alter, Gesundheitszustand und Lebensstil des Tieres. Es gibt unterschiedliche Anwendungsformen von Antiparasitika mit jeweils verschiedenen Wirkstoffen und Wirkdauern.
Eine pauschale Lösung gibt es nicht – maßgeschneiderte Vorsorge ist der Schlüssel.
Bitte kaufen Sie keine Antiparasitika aus unsicheren Online-Quellen. Dort kann nicht gewährleistet werden, dass Inhalt und Deklaration übereinstimmen. In Deutschland zugelassene Tierarzneimittel müssen ihre Wirksamkeit, Sicherheit und gleichbleibende Qualität nachweisen.
Viele frei verkäufliche, als „natürlich“ beworbene Alternativen unterliegen diesen Kontrollen nicht. Für sie existieren keine wissenschaftlich belegten Daten, die einen Schutz vor Parasiten oder den von ihnen übertragenen Krankheiten belegen. Einige Substanzen, wie etwa Teebaumöl, sind für Katzen sogar giftig.
Ganzjähriger Schutz beginnt mit Wissen
Lassen Sie sich in Ihrer Tierarztpraxis individuell beraten. Gemeinsam entwickeln wir einen Vorsorgeplan, der zu Ihrem Tier, Ihrem Lebensstil und Ihrem Haushalt passt.
So schützen Sie nicht nur Ihren Vierbeiner, sondern auch sich selbst und Ihre Familie – heute und das ganze Jahr über. 🐾
Wir sind für Sie da!
Warum Parasiten heute ein Thema für jeden Tierhalter sind
Ganzjähriger Schutz für Ihr Tier beginnt mit Wissen
Parasiten sind kleine Lebewesen, die auf Kosten unserer Haustiere leben. Sie können entweder außerhalb des Körpers als sogenannte Ektoparasiten oder innerhalb des Körpers als Endoparasiten vorkommen. Viele von ihnen können von Tieren auf Menschen übertragen werden. Das mag zunächst beunruhigend klingen, doch mit gezielter Vorsorge und tierärztlicher Beratung lassen sich diese Risiken sehr gut kontrollieren.
Warum Parasiten heute ein Ganzjahresthema sind
Parasiten profitieren von dem immer dichteren Zusammenleben von Menschen und Tieren. Innerhalb von Städten stellen Parks und Grünflächen Gemeinschaftsflächen für Wild- und Haustiere dar. Dadurch können Parasiten von Wildtieren auf Haustiere übergehen und gelangen in unsere Häuser und Gärten.
In Städten liegen die Temperaturen häufig mehr als 2 °C über denen des Umlands. Diese Bedingungen verschaffen Parasiten zusätzliche Vorteile. Hinzu kommt der Klimawandel: Die Winter werden tendenziell kürzer und milder, wodurch viele Parasiten keine echte Ruhephase mehr haben. Unter diesen Voraussetzungen können Flöhe, Zecken und andere Parasiten Haustiere zu jeder Jahreszeit befallen.
Auch das Reisen mit Haustieren spielt eine wichtige Rolle. Hunde kommen dabei mit Parasiten in Kontakt, die hier früher nicht vorkamen. Diese können sogenannte Reisekrankheiten übertragen. Langfristig führt dies dazu, dass sich durch Parasiten übertragene Erkrankungen auch in neuen Regionen etablieren.
Ein Beispiel hierfür ist die Babesiose, die mittlerweile in Deutschland heimisch ist und unbehandelt tödlich verlaufen kann.
Warum Wissen eine zentrale Rolle spielt
Viele Parasiten und die von ihnen übertragenen Erkrankungen betreffen nicht nur Tiere, sondern können auch für Menschen ein Risiko darstellen. Regelmäßige Vorsorge und eine fachliche Einschätzung helfen dabei, Risiken richtig einzuordnen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
Ganzjähriger Schutz beginnt mit Wissen und mit individueller tierärztlicher Beratung.
Wir sind für Sie da!
Gute Vorsätze fürs neue Jahr – auch für Ihren Vierbeiner
Gesund bleiben, bevor man krank wird: Vorsorge für ein langes Tierleben
Viele von uns haben das neue Jahr mit guten Vorsätzen begonnen. Meist betreffen sie unsere eigene Gesundheit. Für unsere Vierbeiner wäre es jedoch ebenso hilfreich, nicht erst dann zum Tierarzt zu gehen, wenn unser Hausgenosse krank erscheint.
Es gibt sehr viele Möglichkeiten vorzusorgen, damit Krankheiten mit oder ohne Schmerzen nicht oder deutlich später auftreten.
Was bedeutet Vorsorge?
Vieles ist ganz einfach und kostenfrei, manches mit Kosten verbunden. Diese sind allerdings in der Regel viel günstiger, da wir proaktiv handeln und Krankheiten vermeiden können, als wenn wir versuchen, beim Auftreten von Symptomen chronischer Erkrankungen wieder ein lebenswertes Leben herzustellen.
1. Regelmäßige Gewichtskontrolle
Steigt das Gewicht von Mal zu Mal, sollte die Fütterung überprüft und besprochen werden. Denn Übergewicht ist kein Schönheitsproblem, sondern das am weitesten verbreitete Gesundheitsproblem in Deutschland.
Genauso gilt: Fällt das Gewicht stetig, ohne dass die Fütterung geändert wurde, ist dies oft ein Hinweis auf eine für Sie als Tierhalter noch symptomlose Erkrankung.
2. Parasitenprophylaxe
Mittlerweile gibt es die regelmäßig tödlich verlaufende, früher als Reisekrankheit bezeichnete Erkrankung Babesiose auch in Deutschland. Sie wird von einer speziellen Zeckenart übertragen. Daher ist eine ganzjährige Zeckenprophylaxe in den meisten Regionen sehr sinnvoll.
Sprechen Sie uns auf das richtige Produkt für Ihr Tier an.
Wurm- oder Flohbefall sind belastend für Tier und Mensch. Die Prophylaxe ist um ein Vielfaches einfacher als eine Therapie.
3. Anpassung der Fütterung
Nicht umsonst gibt es den Spruch „man ist, was man isst“. Dieser gilt auch für unsere vierbeinigen Mitbewohner. Sowohl ganz junge als auch alternde Tiere benötigen anderes Futter als erwachsene Tiere, da sich der Stoffwechsel unterscheidet.
Zusätzlich hat jedes Tier und natürlich auch jeder Tierhalter individuelle Ansprüche. Sprechen Sie uns an und wir unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Ration für Ihren Liebling.
4. Zahnpflege
Tägliches Zähneputzen hilft, die Zahngesundheit möglichst lange zu erhalten. Oft ist die Zahnsteinentfernung nötig, um die Zähne zu erhalten und Schmerzen zu vermeiden.
Gerne geben wir Ihnen zusätzliche Tipps in einem Prophylaxegespräch.
5. Augenpflege
Speziell bei unseren kurznasigen Tiere ist es wichtig, dass Sie als Tierhalter wissen, wie die passende Pflege für Ihr Tier aussieht. Oft ist es sinnvoll, täglich geeignete, anfeuchtende Augentropfen zu verabreichen, um Schäden der Hornhaut zu vermeiden.
Kneift Ihr Hund das Auge zu oder bemerken Sie eine Dunkelfärbung der Hornhaut, ist es deutlich aufwändiger und manchmal unmöglich, die vollständige Genesung herbeizuführen.
6. Allgemeinuntersuchung durch den Tierarzt
Durch das tägliche Zusammenleben fallen Veränderungen oft erst sehr spät auf, da sie schleichend entstehen.
Oft ist die Antwort auf unsere Frage „Seit wann fällt Ihnen …auf“ auch“ die Antwort, „Ich dachte, das ist normal beim Älterwerden“ oder „Das hat er/sie sich angewöhnt“.
Veränderungen des Gangbildes oder beim Aufsuchen von Liegeplätzen sind häufig Hinweise auf Schmerzen im Bewegungsapparat. Fällt irgendwann eine Lahmheit auf, ist die Muskulatur oft bereits stark abgebaut. Jeder von uns weiß, dass es einfacher ist, Muskulatur zu erhalten als, als sie wieder aufzubauen.
Katzen sind Meister im Verbergen von Erkrankungen. Stellen wir beispielsweise bei der Untersuchung eine erhöhte Herzfrequenz fest und können eventuell sogar die Schilddrüse ertasten, gibt uns der Schilddrüsenwert im Blut Aufschluss über eine mögliche Schilddrüsenüberfunktion. Diese lässt sich meist über lange Zeit gut therapieren, sodass die Katze ein lebenswertes Leben führen kann. Wird uns eine Katze jedoch erst mit Erbrechen oder gar Sehverlust aufgrund einer fortgeschrittenen, bislang unbekannten Schilddrüsenüberfunktion vorgestellt, bleibt unklar, ob das Sehvermögen wiederhergestellt werden kann.
7. Blutwertkontrolle
Labore geben Referenzbereiche vor, die anzeigen, dass gemessene Werte, innerhalb dieser Bereiche mit hoher Wahrscheinlichkeit in Ordnung sind. Da jedoch jedes Individuum eigene Normalwerte hat, ist es wichtig, diese wenigstens einmal zu einem Zeitpunkt zu bestimmen, an dem Ihr Tier sicher gesund ist. Schon kontinuierliche Veränderungen innerhalb des Normalbereichs können wichtige Hinweise z. B. auf Funktionsverlust oder Überlastung von Niere, Leber und Bauchspeicheldrüse geben. Wird dies frühzeitig erkannt, helfen oft eine Futterumstellung und die Unterstützung mit geeigneten Ernährungsergänzungsfuttermitteln, diese Organe in ihrer Funktion zu unterstützen.
8. Ultraschalluntersuchungen
Bei festgestelltem Herzgeräusch oder verändertem Herzrhythmus, genauso bei Rassen, die zu Herzerkrankungen neigen, wie z.B. der Cavalier King Charles Spaniel, ist ein Herzultraschall nötig, um festzustellen, ob und wenn ja, welche Therapie sinnvoll ist.
Beim alternden Rüden macht, vergleichbar mit dem Mann, ein regelmäßiger Prostata-Check Sinn.
9. Blutdruckmessung
Die Blutdruckmessung ist bei Katzen genauso wichtig wie bei uns Menschen, da es auch bei ihnen Bluthochdruck als eigenständige Erkrankung gibt. Unbehandelt verkürzt dieser, wir beim Menschen die, Lebenszeit enorm. Die Behandlung ist bei den meisten Katzen sehr einfach möglich.
Bluthochdruck ist bei Katzen oft auch das einzige Symptom einer weiteren unbehandelt tödlich verlaufenden Erkrankung, dem Conn-Syndrom.
Magen-Darm-Probleme oder gar Vergiftung über die Feiertage
Magen-Darm-Probleme oder gar Vergiftung über die Feiertage
Diese Lebensmittel sind nichts für Ihren Hund und Ihre Katze
Die Feiertage stehen vor der Tür – mit leckerem Essen und vielen Versuchungen auf den festlich gedeckten Tischen. In dieser Zeit erhalten wir Tierärzte regelmäßig Anfragen zu Tieren, die Lebensmittel gefressen haben, die sie nicht fressen sollten. Einige Lebensmittel können leichte Magenprobleme verursachen, während andere zu schweren Vergiftungen führen können und sofort vom Tierarzt behandelt werden müssen. Im Folgenden beschreiben wir einige Lebensmittel, die gefährlich sind, und wann Sie unbedingt handeln sollten.
Sofort zum Tierarzt, wenn Ihr Tier eines dieser Lebensmittel gefressen hat:
- Trauben, auch in Form von Rosinen, Korinthen oder Sultaninen
Rosinen und Trauben können zu tödlichem Nierenversagen führen. Deshalb sollte jede Aufnahme als potenziell schwere Vergiftung behandelt werden. Bei dem Verdacht kann man das Tier bis zu ca. 2 Stunden nach der Aufnahme mit Hilfe eines Medikamentes erbrechen lassen und bis zu 24 Stunden nach der vermeintlichen Aufnahme mit der passenden Therapie unterstützen, dass möglichst wenig Wirkstoff vom Körper aufgenommen wird. - Hunde: Süßstoffe wie Xylitol, Xylit (auch Birkenzucker genannt)
Diese künstlichen Süßstoffe verwenden viele Diabetiker im Alltag, auch zum Backen von Plätzchen. Sie sind außer in Diätprodukten unter anderem auch in Kaugummi und zuckerfreien Süßigkeiten enthalten. Bei Hunden können diese zu lebensgefährlich niedrigem Blutzucker und Leberschäden führen. - Dunkle Schokolade
Als Richtwert gilt: ca. 20 g Zartbitterschokolade können für einen 5 kg schweren Hund bereits gefährlich sein. Nutzen Sie immer einen Schokoladenrechner, z.B. diesen hier: Schokoladenrechner – Vetklinikum. Schokolade enthält Kakao, der wiederum Theobromin enthält, das für Hunde giftig ist. Je dunkler die Schokolade, desto höher die Konzentration. Die ersten Symptome können Erbrechen und Unruhe sein. Schwere Vergiftungen mit Schokolade können zu Krämpfen, Herzrhythmusstörungen und Koma führen.
Lebensmittel, die Sie generell vermeiden sollten:
- Fettige und gewürzte Speisen
Lebensmittel, an die Tiere nicht gewöhnt sind, können zu Magen-Darm-Problemen wie Erbrechen und/oder Durchfall führen. Mahlzeiten mit fettigem Essen können eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse verursachen, die manchmal dann sogar die Ursache für einen stationären Aufenthalt beim Tierarzt ist.
- Zwiebeln und Knoblauch (auch in Pulverform)
Zwiebeln und Knoblauch können sowohl bei Hunden als auch bei Katzen zu Vergiftungen führen, wobei Katzen besonders empfindlich sind. Die Symptome treten 1–5 Tage nach dem Verzehr auf. Zu den Symptomen zählen Abgeschlagenheit, Erbrechen, Durchfall und Speicheln. Eine Zwiebelvergiftung kann die Blutzellen zerstören, so dass in schweren Fällen eine Bluttransfusion erforderlich sein kann. - Alkohol
Nutzen Sie Alkohol bitte nicht an Silvester zur Beruhigung Ihrer Vierbeiner, denn Alkohol ist gefährlich für Hund und Katze. Für Katzen reicht schon ein Esslöffel für eine gefährliche Vergiftung, da ihr Organismus ihn schlecht abbauen kann. Beachten Sie bitte, dass manche homöopathischen Tropfen oder frei käuflichen Ernährungsergänzungsmittel, die nicht ausdrücklich für die Katze gedacht sind, Alkohol als Lösungsmittel enthalten. Halten Sie Ihren Hund von faulendem Obst (Achtung bei Zugang zum Kompost) oder Hefeteig fern, da beides nach kurzer Zeit Alkohol enthält. - Knochen
Markknochen oder andere Knochen als Weihnachtsgeschenk sind für den Vierbeiner eine sehr schlechte Idee.
-
- Knochen können zu Fremdkörpern im Maul, in der Speiseröhre oder dem Magen-Darmbereich werden.
- Intensives Kauen auf dem Knochen bzw. zum Hundegebiss unpassende Knochen führen häufig unbemerkt zu Verletzungen des Zahnschmelzes und zu Zahnfrakturen.
- Markknochen stülpen sich regelmäßig ringförmig um den Unterkiefer und müssen dann in Narkose entfernt werden.
- Das Fressen von Knochen führt regelmäßig zu massiver Verstopfung. Auch hier wird regelmäßig eine Narkose nötig, um den sehr harten Kot zu entfernen.
Was tun bei Durchfall oder Erbrechen?
Fragen Sie sich immer: würden Sie ins Krankhaus gehen oder mit Hilfe von Schonkost versuchen, die Symptome zu lindern.
Wenden Sie sich an einen Tierarzt, wenn:
- Ihr Hausgenosse sehr viel Flüssigkeit durch Erbrechen oder sehr häufigen Absatz von Durchfall ohne Aufnahme von Wasser verliert.
- der Vierbeiner unter starkem Erbrechen und Durchfall leidet.
- leichter Durchfall und mäßiges Erbrechen nicht innerhalb weniger Tage abklingen.
- der Hund oder die Katze schlapp ist, den Appetit verliert, nicht trinkt oder Fieber (>39,5 °C) bekommt
- Sie Blut im Erbrochenen oder deutlich blutigen oder schwarzen Stuhlgang beobachten (wenig schleimiger Kot mit Blutschlieren ist kein Notfall)
- das Tier einen festen Bauch hat oder stöhnt.
- ein junger Welpe Durchfall oder Erbrechen hat. Welpen und Senioren müssen früher als erwachsene Hunde vom Tierarzt untersucht werden.
- Sie gesehen haben, dass der Hund etwas gefressen hat, das sich festsetzen kann, z. B. Knochen.
- das Tier etwas Giftiges gefressen hat, z. B. Rosinen
So können Sie zu Hause helfen:
- Der Körper verliert durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit. Geben Sie Wasser häufig und in kleinen Portionen. Trinkt das Tier zu viel Wasser auf einmal, erbricht es dies häufig sofort wieder. Lassen Sie ihr Tier nicht aus Pfützen, Brunnen oder Teichen trinken und lassen Sie Ihren Hund nicht schwimmen, da er dabei häufig verunreinigtes Wasser aufnimmt.
- Unterbinden Sie das Fressen von Gras. Dies bedeutet, dass Katzen im Haus gehalten werden und Hunde nicht unbeaufsichtigt in den Garten dürfen, auch nicht zum Kotabsatz in der Nacht.
- Füttern Sie kleine Portionen Schonkost mehrmals (4-6x) am Tag. Diese gibt es in verschiedenen Variationen sowohl als Nass- und Trockenfutter beim Tierarzt oder im Futtermittelhandel. Auch das Füttern von leicht verdaulichem Eiweiß, wie gekochtem weißem Fisch, Hühnchen/Pute oder Magerquark mit matschig gekochten Kartoffeln oder Reis ist möglich. Beachten Sie, dass es einige Tiere gibt, die Geflügelfleisch nicht gut vertragen. Darüber hinaus gibt es Produkte, die die Darmfunktion zusätzlich unterstützen und nachweislich die Dauer von Verdauungsbeschwerden verkürzen können. Die Produkte können bei Durchfall stopfend wirken und/oder die normale Darmflora auf verschiedene Weise unterstützen. Sprechen Sie uns an und haben Sie davon etwas in der Hausapotheke für Ihren Vierbeiner zum sofortigen Einsatz.
- Ein tolles Hausmittel, das vielen Hunden und sogar Katzen schmeckt ist die Morosche Karottensuppe. Nutzen Sie diese gerne als ausschließliches Futter am Tag des Auftretens der Symptome. Viele Rezepte dazu finden Sie im Internet.
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Feiertage ohne Stress: Tipps für Ihre Vierbeiner
Weihnachten und Silvester sind nicht mehr fern. Häuser und Wohnungen werden geschmückt, Geschenke eingekauft, Besuche geplant, Plätzchen gebacken. All dies kann nicht nur für uns Menschen schnell in Stress ausarten. Noch ist ausreichend Zeit Vorbereitungen zu treffen, dass unsere Hausgenossen eine stressfreie Zeit haben.
Tiergerechte Dekoration
- Vermeiden Sie Dekoration aus Glas und nutzen Sie lieber Deko-Elemente aus Holz, Kunststoff oder Papier. So vermeiden Sie Verletzungen durch Glassplitter. Denken Sie daran, dass viele der glänzenden farbigen Christbaumkugeln aus Glas sind.
- Wählen Sie unbedenkliche Verpackungsmaterialien für Geschenke. Verwenden Sie Geschenkbänder, v.a. die aus Plastik, nur unter Aufsicht. Es besteht neben der Gefahr, dass das Tier sich stranguliert oder im Maul verletzt auch die Möglichkeit der Darmauffädelung und damit einer Notoperation.
- Stellen Sie Kerzen und andere offene Flammen immer außerhalb der Reichweite des Vierbeiners auf.
- Sichern Sie den Weihnachtsbaum, v.a. wenn Katzen Zugang dazu haben.
- Achten Sie darauf, dass Lichterketten oder Kabel nicht zum Verletzungsrisiko werden.
Vergiftungen mit Dekopflanzen vermeiden
- Viele typische Pflanzen der Adventszeit sind giftig, wie z.B.
- Christrosen
- Mistelzweige
- Ilex/Stechpalme
- Amaryllis/Rittersterne
- Entfernen Sie die Tannennadeln auf dem Boden, denn sie enthalten ätherische Öle, die bei häufiger Aufnahme zu Gesundheitsproblemen führen können.
- Unsere Haustiere sollten nicht aus dem Christbaumständer trinken, da sich auch darin ätherische Öle befinden.
Rückzugsorte schaffen
- Beobachten Sie, wo sich Ihr Vierbeiner sicher fühlt. Bieten Sie dort z.B. auf oder in Schränken kuschlige Bereiche für Ihr Katze an und stellen Sie gerne gemütliche Boxen für Ihren Hund bereit.
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Besuch akzeptiert, wenn Ihr Vierbeiner seine Ruhe möchte. Verlegen Sie Treffen bei sensiblen Hausgenossen evtl. in ein Café/Restaurant.
Passende Beschäftigung
- Die Beschäftigung mit Futter, z.B. beim Kauen von Kauartikeln oder das Suchen im Schnüffelteppich, lenkt in turbulenten Zeiten ab und lässt den Vierbeiner ruhig werden.
Sicherheitsgeschirr/Thundershirt
- Für geräuschempfindliche Hunde empfiehlt es sich, rechtzeitig ein passendes Sicherheitsgeschirr zu besorgen und den Hund daran zu gewöhnen.
- Alternativ beruhigt ein Thundershirt manche Hausgenossen durch den engen Sitz. Auch hier hilft die rechtzeitige Gewöhnung.
Mikrochip mit Registrierung
- Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hausgenosse einen Mikrochip hat, der bei Findefix oder Tasso registriert ist. Noch wird dieser Service nicht überall automatisch angeboten – daher ist es sinnvoll, selbst darauf zu achten. Denken Sie daran, Namens- oder Adressänderungen zu melden.
Sensible oder sehr geräuschempfindliche Tiere profitieren von einer rechtzeitig begonnenen fachmännischen Verhaltenstherapie.
Sprechen Sie uns frühzeitig auf Ernährungsergänzungsmittel, Wohlfühlstoffe für die Umgebung oder die passende Medikation für Ihren Hausgenossen an, um eine möglichst geruhsame Zeit für Zwei- und Vierbeiner genießen zu können.
Blutdruck messen beim Tier – wichtiger als viele denken
Blutdruck messen beim Tier – wichtiger als viele denken
Blutdruck- silent killer auch bei unseren Vierbeinern?
Wussten Sie, dass auch Hunde und Katzen unter Bluthochdruck leiden können – oft unbemerkt, aber mit ernsten Folgen? Wir möchten Sie heute darüber informieren, warum die regelmäßige Blutdruckkontrolle bei unseren Vierbeinern so wichtig ist, wie sie funktioniert und wann sie besonders sinnvoll ist.
Für uns Menschen ist es ganz selbstverständlich, dass wir auf die Höhe unseres Blutdrucks achten. Bei fast jedem Arztbesuch wird er gemessen, viele haben sogar ein eigenes Messgerät zu Hause. Doch wie sieht es bei unseren Tieren aus? Macht erhöhter oder erniedrigter Blutdruck auch bei Hund und Katze Probleme?
Macht erhöhter oder erniedrigter Blutdruck auch bei unseren Vierbeinern Probleme?
Diese Frage kann man eindeutig mit „ja“ beantworten. Bei unseren Katzen gibt es sogar den Bluthochdruck als selbständige Erkrankung wie bei uns Menschen. Hunde haben Blutdruckprobleme meist aufgrund einer anderen Erkrankung, wie Morbus Cushing, Nierenkrankheiten oder Diabetes mellitus.
Wie misst man Blutdruck beim Vierbeiner?
Die Blutdruckmessung beim Tier ist mit verschiedenen Geräten möglich. Sie ist am wachen Tier schmerzlos und prinzipiell genauso schnell durchführbar wie bei uns Menschen. Problematisch sind höchstens unsere Vierbeiner, die sich die Blutdruckmanschette nicht am Bein oder Schwanzansatz anlegen lassen wollen oder schon sehr gestresst in der Praxis ankommen. Hier hilft Routine.
Daher macht es viel Sinn, den Blutdruck schon bei jüngeren Tieren z.B. im Zuge der jährlichen Vorsorgeuntersuchung zu messen. So findet man nicht nur das für das eigene Tier beste Vorgehen heraus, man weiß damit auch die individuelle Höhe des Blutdrucks dieses Tieres. Anders als beim Menschen schwanken die Referenzwerte deutlich stärker.
Wie bekommt man die aussagekräftigsten Werte?
Manchmal ist es sinnvoll, zusätzlich Ernährungsergänzungsmittel wie z.B. Zylkene, Sedarom direkt oder Medikamente wie Gabapentin oder Trazodon am Untersuchungstag einzusetzen. In manchen Praxen kann man die Blutdruckmessgeräte auch gegen eine Gebühr ausleihen.
Wichtig ist es, dass Tier vor der Blutdruckmessung im Auto und nicht im Wartezimmer bis zur Untersuchung warten zu lassen.
Mit Termin ist es möglich, die Wartezeit zu verkürzen und den Raum für die Blutdruckmessung vorzubereiten. Außerdem hat die Praxis die Möglichkeit, je nach Kooperationsbereitschaft Ihres Vierbeiners die geeignete Person für die Messung zur Verfügung zu stellen.
Wann sollte man auf jeden Fall Blutdruck messen?
Sobald unsere Hausgenossen in das Seniorenalter kommen, sollte der Blutdruck mindestens jährlich, besser halbjährlich kontrolliert werden. Dies ist bei Hund und Katze spätestens ab dem Alter von 9 Jahren, besser schon mit 7 Jahren der Fall.
Hat Ihr Vierbeiner eine Herz- oder Nierenerkrankung bzw. leidet an Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion oder Morbus Cushing, ist dies schon früher ein Grund, den Blutdruck in regelmäßigen Abständen zu messen.
Welche Symptome geben Hinweise auf Bluthochdruck?
Diese hängen vom Schweregrad ab und sind von Tier zu Tier oft sehr verschieden.
Bei folgenden Verhaltensweisen Ihres Vierbeiners sollten Sie aufmerksam werden:
- Unruhe
- Ungewohnte Lautäußerungen
- Verminderter Appetit
- Erbrechen
- Verringerte Spiellust
- Störung der Bewegungskoordination (Ataxie)
- Geweitete Pupillen, Störung des Sehvermögens, Blindheit
Leider erfolgt die Diagnose meist erst, wenn Organe wie die Niere oder das Herz bereits geschädigt sind. Dies fällt im besten Fall bei einer Routineuntersuchung des Tieres oder dessen Blutwerten auf, manchmal leider erst dann, wenn der Vierbeiner aufgrund dieser Organveränderungen weitere Symptome zeigt.
Was tun bei Bluthochdruck (Hypertonie)?
Hier gibt es verschiedene Medikamente, die auch bei Katzen meist sehr einfach zu verabreichen sind, da es z.B. kleine Tabletten oder ein Saft sind, die nicht wirklich eklig schmecken.
Frühzeitig erkannt, vermeiden sie Schäden an Nieren, Herz und Gehirn und halten Ihren Hausgenossen oft noch sehr lange bei sehr guter Gesundheit.
Fit und glücklich ins hohe Alter – so unterstützen Sie Ihren Vierbeiner
Wenn unsere Vierbeiner älter werden
1982 wurden Hunde durchschnittlich 9,5 Jahre alt, 2005 waren es bereits 11,5 Jahre.
Nur alt zu werden ist nicht unbedingt erstrebenswert, bei guter Lebensqualität das Leben möglichst lange zu genießen allerdings schon. Um dies für Ihre Haustiere zu erreichen ist Ihre Mithilfe gefragt.
Kennzeichen des Alterns
- Sinnesleistungen wie z.B. Hören und Sehen sind reduziert
- Die Muskulatur nimmt ab und das Körperfett zu
- Die Abwehrkräfte sinken
- Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenfunktion lassen nach
All diese Prozesse beginnen in unterschiedlichem Alter, bei kleinen Tieren prinzipiell später als bei großen Tieren. Sie schreiten immer weiter und unumkehrbar fort. Je früher man sie bemerkt, umso eher kann man den Vorgang verlangsamen und damit Krankheitssymptome hinauszögern.
Faktoren, die das Altern beeinflussen
Durch Forschung in der Humanmedizin, wissen wir mittlerweile, wie wir möglichst gesund altern können. Neben den Genen eines Lebewesens, die den Grundstock legen, gibt es andere Faktoren, die nicht nur großen Einfluss haben, sondern die man auch beeinflussen kann.
1.Ernährung
Alternde Tiere benötigen immer weniger Energie. Überprüfen Sie regelmäßig das Gewicht Ihres Haustieres, um zu kontrollieren, ob die zugeführte Kalorienmenge passt. Hochwertige und damit leicht verdauliche Eiweiße sind im Alter lebensnotwendig. Ein Überschuss davon kann allerdings die Niere überfordern.
Die optimale Zusammensetzung der zugefügten Nahrungsfasern unterstützt die regelmäßige Verdauung und stabilisiert das Darmmikrobiom, von dem man weiß, dass es eine sehr wichtige Funktion im Stoffwechsel jedes Säugetieres hat.
Mittlerweile gibt es auch in der Tiermedizin viele verschiedene Ernährungsfuttermittel. Sprechen Sie uns an, das für Ihr Tier Geeignete zu finden, da z.B. ein Zuviel von fettlöslichen Vitaminen (E, D, K, A) oder bestimmten Spurenelementen auch schaden kann.
2.Bewegung und Beschäftigung
„Wer rastet, der rostet“- dies gilt auch für unsere Tiere. Nur durch Bewegung wird der Gelenkknorpel ausreichend mit Nährstoffen versorgt.
Sinnvoll und altersgerecht ist es hier oft, mehrmals am Tag kürzere Spaziergänge zu unternehmen.
Sehr hilfreich sowohl für den Bewegungsapparat als auch für das Gehirn ist die Physiotherapie.
Da das Riechen noch lange sehr gut funktioniert, machen Suchspiele Spaß und halten den Vierbeiner im Kopf fit.
Auch bei unseren Tieren ist die Demenz ein Problem. Das Gehirn kann man neben der passenden Beschäftigung sehr gut mit geeigneten Ergänzungsfuttermitteln unterstützen. Je früher man damit anfängt, umso effektiver. Geeignet sind hier Produkte, die zeitgleich und abgestimmt positiven Einfluss auf das Entzündungsaltern (Antioxidantien wie Vitamin E oder Astaxanthin), die Nervenfunktion (Kombination verschiedener B-Vitamine, Phosphatidylserin) und den Energiehaushalt (mittelkettige Fettsäuren- MCT) des Gehirnes nehmen.
3.Umwelt und Stress
- Ersparen Sie Ihrem Hausgenossen deutliche Veränderungen im häuslichen Umfeld, wie z.B. das Umstellen oder den Neukauf von Möbel, wenn möglich. So ist die Orientierung auch mit schlechterem Sehen und/oder Demenz möglich.
- Ermöglichen Sie Ihrem Vierbeiner ruhige Rückzugsorte.
- Stress bedeutet nämlich immer auch eine schlechtere Abwehrleistung des im Alter sowieso schon weniger effektiven Immunsystems.
- Nutzen Sie Einstiegshilfen für das Auto bzw. Aufstiegshilfen zu Liege- oder Aussichtsplätzen.
- Stellen Sie gute gepolsterte Liegeplätze zur Verfügung.
- Antirutschsocken, aufklebbare Pfotenpads oder das Auslegen von Teppichboden erleichtert die Fortbewegung auf Parkett/Laminat oder Fliesen.
- Anstelle von Katzentoiletten sind oft größerer Plastikbehälter aus dem Baumarkt sinnvoll, bei denen sie den Einstieg ganz tief ausschneiden können.
- Flachere Fress- oder Trinkgefäße in angepasster Höhe erleichtern oft die Futter- bzw. Wasseraufnahme.
4.Regelmäßige Gesundheitschecks
In jungen Jahren reicht es, den Hausgenossen einmal jährlich beim Tierarzt vorzustellen und gründlich untersuchen zu lassen. Ab dem Seniorenalter ergibt dies in kürzeren Abständen Sinn.
Lassen Sie zu diesem Termin Ihren Hund oder Ihre Katze am besten mindestens 6 Stunden nüchtern. Das sichert zuverlässige Ergebnisse bei einer Blutuntersuchung, die einen sehr guten Überblick über den Gesundheitszustand der Organe, wie z.B. von Niere, Leber, Bauchspeichel- und Schilddrüse liefert. Im Blut lassen sich auch Hinweise auf Infektionen, Stoffwechselerkrankungen oder Tumore finden. Manchmal macht auch eine Ultraschalluntersuchung von Herz, Milz oder Prostata zur Prophylaxe Sinn. Auch hier bekommt man oft bessere Ergebnisse, wenn der Magen nicht gefüllt ist. Wichtig ist v.a. bei unseren Katzen die regelmäßige Blutdruckkontrolle. Diese sollte möglichst stressfrei und daher ausschließlich mit Termin erfolgen. Lassen Sie Ihre Katze am besten im Auto warten und tragen den Korb möglichst ruhig gleich in das entsprechende Behandlungszimmer.
Schön ist es, wenn man den Blutdruck und die Blutwerte schon mindestens einmal bei dem jüngeren, gesunden Tier bestimmt hat. So kann ein kontinuierlicher Anstieg oder Abfall im vom Labor angegebenen Normalbereich ein sehr wichtiger Hinweis sein.
Zusätzlich gibt es rassespezifische Erkrankungen, die man z.B. mit Hilfe eines EKGs (Dobermann) oder einer Augenuntersuchung (Kurznasen) frühzeitig erkennen und behandeln kann.
Da unsere Haustiere häufig erst Symptome zeigen, wenn bereits mehr als 75% eines Organes nicht mehr funktionstüchtig sind, ist eine Therapie dann oft sehr schwierig oder gar nicht mehr möglich.
Fragen Sie uns, was das sinnvolle Senioren-Vorsorgeprogramm für Ihren Hausgenossen ist!
Vorstellung Herr Dr. med. vet. Frank Wagner
Willkommen im Team: Herr Dr. med. vet. Frank Wagner
Zum 1. Oktober 2025 begrüßen wir Herrn Dr. med. vet. Frank Wagner, Diplomate ECVS und europäischer Spezialist für Kleintierchirurgie, in der Tierklinik Dinkelsbühl.
Herr Dr. Wagner verfügt über eine herausragende fachliche Qualifikation und mehr als 20 Jahre Erfahrung in der spezialisierten Kleintierchirurgie:
Nach dem Studium der Veterinärmedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover promovierte er im Fachbereich Ophthalmologie. Anschließend absolvierte er ein Small Animal Surgery Residency-Programm des European College of Veterinary Surgeons (ECVS) an der Universität Utrecht/ NL und erwarb 2009 das europäische Diplomate-Zertifikat in der Kleintierchirurgie.
Berufliche Stationen führten ihn unter anderem in leitende Positionen an großen Überweisungskliniken in Deutschland und Österreich, zuletzt als Geschäftsführer der Evidensia Tierärztlichen Klinik für Kleintiere Norderstedt sowie als Leitender Oberarzt für Orthopädie, Weichteil- und Neurochirurgie in der Tierklinik Lüneburg.
Seine Schwerpunkte liegen insbesondere in der Versorgung komplexer orthopädischer Erkrankungen, der Wirbelsäulenchirurgie, minimalinvasiven Operationstechniken sowie der interdisziplinären Behandlung anspruchsvoller Fälle.
Aufgrund seiner Expertise und jahrelanger Tätigkeit als Referent u.a. bei Improve International sowie als Programmdirektor und Supervisor des Small Animal Surgery Residency Programms genießt er gute internationale Bekannheit. Herr Dr. Wagner wird die chirurgische Leitung der Tierklinik Dinkelsbühl übernehmen.
Wir heißen Herrn Dr. Wagner herzlich in unserem Team willkommen und freuen uns, mit ihm einen der führenden tiermedizinischen Chirurgen Deutschlands für unsere Patienten gewonnen zu haben.
Für Rückfragen, Überweisungen oder Terminvereinbarungen steht Ihnen unser Team jederzeit gerne zur Verfügung.
Gesunde Zähne für Ihren Vierbeiner – sicher & schonend
Gesunde Zähne für Ihren Vierbeiner – sicher & schonend
Zahnreinigung für Ihren Vierbeiner
Die professionelle Zahnreinigung ist für unsere Vierbeiner genauso wichtig wie für uns, um die Zahngesundheit wieder herzustellen bzw. zu erhalten und so Schmerzen zu vermeiden.
Der Unterschied hierbei ist, dass Tiere eine Sedation benötigen, damit eine sorgfältige Zahnbehandlung durchgeführt kann.
So ist die nötige Narkose sicher
Haben Sie keine Angst vor dem Schlafenlegen. Durch das Legen eines venösen Zugangs, der zusätzlichen Schmerzausschaltung mit Lokalanästhesie und der Intubation ist diese Narkose sehr sicher.
Wichtig ist es außerdem, das Tier in der Narkose warmzuhalten, da auch dies die Sicherheit deutlich erhöht. Mit Hilfe einer Dauertropfinfusion wird die Kreislauffunktion unterstützt und der Blutdruck stabil gehalten.
Während der ganzen Narkose werden optimalerweise fortlaufend die Atem-, Herz- und Pulsfrequenz, sowie der Blutdruck und die Körpertemperatur kontrolliert.
Wie erfolgt die optimale Zahnprophylaxe?
Sobald das Tier schläft, wird genau wie bei uns Menschen ein Zahnstatus erhoben, d.h. es wird geschaut, ob es nirgends Löcher, beschädigte Zähne oder Zahnfleischveränderungen gibt. Die Tiefe von Parodontaltaschen wird gemessen.
Bei der Katze muss das Gebiss immer in der Narkose geröntgt werden, da ansonsten häufige Zahnerkrankungen wie z.B. Zahnresorptionen (meist als FORL bekannt) nicht sichtbar sind. Obwohl es diese Krankheit beim Hund relativ selten gibt, sollten die Zähne doch geröntgt werden, um z.B. Veränderungen der Zahnwurzeln (wie z.B. Eiter) zu erkennen. Nur so ist sichergestellt, dass wirklich alles im Maul ok ist.
Wird das Ziehen von Zähnen nötig, kann es bei Katzen sogar sein, dass man einen zweiten Termin vereinbaren muss, da die Narkosezeit nicht länger als 2,5 Stunden sein soll, um die Infektionsgefahr und das Narkoserisiko weiterhin niedrig zu halten.
Tierkrankenversicherung- schauen Sie genau in den Vertrag
All dies führt dazu, dass für eine sorgfältige und medizinisch korrekte Zahnprophylaxe laut Gebührenordnung mit Kosten zwischen 600 € und 2000 € gerechnet werden muss. Leider können wir Ihnen meist auch nur diese recht große Kostenspanne im Voraus angeben, da wir erst in der Narkose genau sehen, was zu tun ist, um Entzündungen und nachfolgend Schmerzen zu verhindern.
Für alle, die eine Tierkranken- oder Operationskostenversicherung haben: leider wird von vielen Versicherungen die Narkose nur bezahlt, wenn ein Zahn gezogen werden muss. Achten Sie bei dem Abschluss darauf, dass die Zahnprophylaxe möglichst komplett und nicht mit der Vorsorgepauschale abgegolten wird.
Eine Zahnreinigung ohne Sedation liefert nur optisch ein zufriedenstellendes Ergebnis, ist allerdings zur Sicherstellung der Zahngesundheit absolut ungeeignet.
Um den Erfolg der Zahnreinigung sicherzustellen, ist tägliches Zähneputzen ganz wichtig, da ansonsten die Zahnreinigung häufig schon nach 6 Monaten wieder fällig ist.










